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Parallelogram

11/28/2017

Marley's Ghost im ASC

Weihnachten kommt alle Jahre wieder, komme was wolle.
Das neue Werk »Marley's Ghost«, das für Georg Klimbacher (Bariton) und Andreas Fröschl (Klavier) im Auftrag der Konzertreihe cercle geschrieben wurde, bezieht sich auf eine der berühmtesten Erzählungen Charles Dickens', der »Christmas Carol«. Nicht nur bedeutet der Titel im eigentlichen Sinne »ein Weihnachtslied«, vielmehr wohnt Dickens Sprachfluss auch eine Poesie inne, der höchste lyrische Qualitäten offenbart. Ein Roman als Lied. »Marley's Ghost« ist das erste Kapitel dieser Weihnachtsgeschichte.
So tot der alte Marley auch scheint — nämlich »dead as a door-nail« — so lebendig spukt er immer noch als allgegenwärtiger Geist herum. Die Welt war immer schon die Mühsamste und ausgerechnet zu Weihnachten erwartet man selbst von den grantelndsten Menschen einen Mindesthang zu überschwänglichem Glücksgetue. Dazu werden schwere Geschütze aufgefahren: Glockengebrüll, funkelndes, kerzenlichtumflattertes Strohgestirn und ein gar himmlischer Nebel aus Pathos und Lakritze. Alles Humbug!
In meiner Musik hört man all die Zutaten des Humbugs so miteinander vermengt, dass sich daraus eine eigene Dramaturgie entspinnt. Diese verläuft entlang ausgewählter Textstellen aus Dickens‘ Roman. Der Erzähler verfällt dabei immer mehr seiner eigenen Geschichte und verwandelt sich am Ende selbst in den Geist seiner eigenen Figur.

Zu hören am 11. Dezember im Wiener Arnold Schönberg Center (Uraufführung).
Mit Georg Klimbacher (Bariton) und Andreas Fröschl (Klavier)
Beginn: 19:30 Uhr | Eintritt frei!